Kurbelwellen bzw Nockenwellensensor Nachbau

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centuria1600
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Kurbelwellen bzw Nockenwellensensor Nachbau

Beitrag von centuria1600 »

Mitsubishi 3000GT Gen1 / Baujahr 1993 / EU Modell / TT / Nockenwellen und Kurbelwellensensor getrennt.

Ich möchte euch von meiner Erfahrung mit dem Nockenwellen- und Kurbelwellensensor beim Mitsubishi 3000GT berichten. Vielleicht hat irgendwann jemand das gleiche Problem und erspart sich dadurch eine lange Fehlersuche.

Ich hatte meinen Motor ausgebaut, um den Motorraum neu zu lackieren. Wenn der Motor schon einmal draußen ist, bietet es sich natürlich an, gleich einige Arbeiten mitzumachen. Also habe ich unter anderem den Zahnriemen, die Wasserpumpe und diverse andere Teile erneuert.

Da sowieso schon sämtliche Zahnriemenabdeckungen demontiert waren, dachte ich mir, ich tausche vorsorglich auch gleich den Nockenwellen- und Kurbelwellensensor.

Da die originalen Sensoren in Österreich nicht bzw. nur schwer zu bekommen waren, habe ich zusammen mit einigen anderen Teilen folgende Sensoren bei RockAuto bestellt:
Nockenwellensensor: WALKER PRODUCTS 2351453
Kurbelwellensensor: DELPHI SS10108

Danach wurde der Motor wieder eingebaut – und dann begann das Problem:

Der Motor sprang nicht mehr an.
Zündfunke war vorhanden, Benzindruck war vorhanden und auch die Einspritzung funktionierte. Daraufhin begann eine ziemlich umfangreiche Fehlersuche.
Ich habe sämtliche relevanten Kabel vom Motorsteuergerät bis zu den Sensoren durchgemessen. Die Leitungen waren alle in Ordnung. Trotzdem wollte der Motor einfach nicht anspringen. Auch eine Ersatz ECU habe ich mir besorgen können.

Schließlich habe ich mir ein Oszilloskop besorgt und gleichzeitig die Signale von Nockenwellen- und Kurbelwellensensor sowie die drei Zündsignale der ECU gemessen. Die Zündsignale habe ich direkt von der ECU bis zum Stecker vor der PTU kontrolliert, also IB1, IB2 und IB3.

Dabei wurde es richtig interessant:
Die Signale von Nockenwellen- und Kurbelwellensensor sahen auf dem Oszilloskop grundsätzlich sauber und plausibel aus und passten auch zum mechanischen OT.
Aber die ECU löste die Zündung nicht zum richtigen Zeitpunkt aus. Auch nicht mit der Ersatzt ECU. Dabei hatte ich das identische Messergebniss wie mit meiner.
3_200_5V.jpeg
CH2= Kubelwelle
CH3=Nockenwelle
CH4=IB1 ( Zylinder 1 und 4 )
CH5=IB2 ( Zylinder 2 und 5 )
CH6=IB3 ( Zylinder 3 und 6 )

Daraus ergab sich das nur der Zündkanal IB3 richtig zündet und Nockenwellen und Kurbelwellensensor OK sei.

Genau an diesem Punkt war ich ziemlich verzweifelt. Zahnriemen und Steuerzeiten stimmten, OT stimmte, die Verkabelung stimmte, Kraftstoff war vorhanden, Zündfunke war vorhanden und selbst die Signale der beiden Sensoren sahen auf dem Oszilloskop zunächst gut aus.

Nach ungefähr zwei Wochen Fehlersuche konnte ich schließlich gebrauchte, aber originale Mitsubishi-Sensoren auftreiben.

Ich habe die Nachbau-Sensoren gegen die gebrauchten Originalsensoren getauscht.
Und siehe da: Der Motor ist sofort angesprungen.
final_5V_200.jpeg
Wie man am Bild erkennen kann, hat
CH4 ( grün ) Zylinder 1 und 4
CH5 ( blau ) Zylinder 2 und 5
CH6 ( gelb ) Zylinder 3 und 6
eine gleichmäßige Zündabfolge.

Für mich war das eine ziemlich wichtige Erfahrung:
Nur weil ein Nockenwellen- oder Kurbelwellensensor auf dem Oszilloskop ein scheinbar sauberes Signal liefert, bedeutet das noch lange nicht, dass das Signal auch zeitlich exakt dort liegt, wo die ECU es erwartet.

In meinem Fall waren die beiden neu gekauften Nachbau-Sensoren bzw. zumindest einer davon die Ursache dafür, dass der Motor trotz scheinbar korrekter Signale nicht angesprungen ist. Mit den gebrauchten Originalsensoren war das Problem sofort verschwunden.

Mein Tipp daher:
Wenn ein 3000GT nach Arbeiten am Zahnriemen bzw. nach dem Austausch von Nockenwellen- oder Kurbelwellensensor plötzlich nicht mehr anspringt und eigentlich alles zu stimmen scheint, die Nachbau-Sensoren nicht ausschließen – selbst dann nicht, wenn deren Signal auf dem Oszilloskop gut aussieht. Bevor man zwei Wochen lang ECU, PTU, Zündung, Einspritzung, Kabelbaum und Steuerzeiten zerlegt und überprüft, lieber testweise einen bekannten funktionierenden originalen Mitsubishi-Sensor einbauen. Vielleicht erspart dieser Beitrag jemandem die Fehlersuche, die ich hinter mir habe.


GunnarOds
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Re: Kurbelwellen bzw Nockenwellensensor Nachbau

Beitrag von GunnarOds »

Sehr gute Info Jean Pierre!
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